Das Kurzdarmsyndrom tritt in der Regel auf, wenn ein großer Teil des Darms (v.a. des Dünndarms) nach einer Krankheit oder einem Unfall operativ entfernt wurde.

Als weitere Ursache kommen Erkrankungen in Frage, bei denen der Darm zwar normal lang ist, aber nicht regulär funktioniert und er deshalb ebenfalls nur schlecht oder gar keine Nährstoffe und Flüssigkeiten aufnehmen kann. Das bezeichnet man dann als funktionelles Kurzdarmsyndrom.

Bei Kindern können neben Bauchverletzungen auch folgende Erkrankungen dazu beitragen, dass ein Teil des Darms operativ entfernt werden muss:

  • die nekrotisierende Enterokolitis (eine entzündliche Darmerkrankung, die vor allem Frühgeborene betrifft)
  • ein Darm-Volvulus (eine Darmverdrehung)
  • ein Morbus Hirschsprung. Der Morbus Hirschsprung ist durch einen fehlerhaften Aufbau des Nervensystems des Darmes charakterisiert. Es fehlen die sogenannten Ganglienzellen innerhalb der Darmwand, deren Aufgabe es im Wesentlichen ist, für eine geordnete Peristaltik und Entleerung des Darmes zu sorgen. Die grundsätzliche Therapie besteht in der chirurgischen Entfernung des Darmabschnitts, der keine Ganglienzellen trägt.
  • eine Ischämie (ein Darminfarkt) eines Darmabschnitts

Im Kindesalter können auch angeborene Fehlbildungen ursächlich für ein Kurzdarmsyndrom sein wie zum Beispiel:

  • eine Dünndarmatresie. Dabei ist der Dünndarm nicht durchgängig. Diese Erkrankung tritt entweder durch das Fehlen eines Darmanteils (echte „Atresie“) auf oder durch eine Membran, die sich windsackartig in den Darm vorwölbt.
  • eine Gastroschisis. Das ist eine angeborene Fehlbildung der vorderen Bauchwand. Durch eine Lücke in der Bauchdecke kommt es bereits während der Schwangerschaft zum Vorfall von inneren Bauchorganen nach außen. Die Ursache bzw. die Entstehung der Gastroschisis ist unklar.

Bei Erwachsenen kann die operative Entfernung eines Teils des Darms beispielsweise notwendig sein

  • bei einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (z. B. Morbus Crohn)
  • bei einem Darminfarkt (das ist ein akuter Blutgefäßverschluss im Darm)
  • bei einer Krebserkrankung des Darms
  • bei schweren Bauchverletzungen
  • bei Bestrahlungen im Bauchraum aufgrund einer Krebserkrankung
  • bei der intestinalen Pseudoobstruktion, einer seltenen, aber schweren Störung der Beweglichkeit des Darms
alle Beiträge

Experten beantworten Ihre Fragen.